Packliste für den Spielplatz: Was wir mit drei Kindern wirklich mitnehmen
Früher war ein Ausflug zum Spielplatz einfach.
Schuhe an.
Tür auf.
Los.
Mit Kindern kann man daraus offenbar eine kleinere Expedition machen.
Wechselgewand. Snacks. Getränke. Feuchttücher. Pflaster. Sandspielzeug. Ball. Jause. Ersatzjause. Und vermutlich noch ein Notstromaggregat.
Wir haben drei Kinder. Trotzdem versuche ich, möglichst wenig auf den Spielplatz mitzunehmen.
Denn nach einigen Jahren Spielplatzerfahrung habe ich gelernt:
Das meiste braucht man nicht.
Und das, was man wirklich braucht, sollte man möglichst nicht vergessen.
Unsere Spielplatz-Packliste
1. Wasser
Das ist das eine Ding, das eigentlich immer mitkommt.
Eine Trinkflasche reicht bei kurzen Ausflügen. Sind wir länger unterwegs oder ist es heiß, entsprechend mehr.
Ich versuche dabei, nicht für jedes Kind eine komplette Outdoor-Ausrüstung einzupacken.
Wasser muss keinen Namen haben. Man kann es teilen.
Zumindest theoretisch.
Bis jemand unbedingt exakt aus der Flasche trinken möchte, die gerade das Geschwisterkind hat.
Deshalb gibt es bei uns eine Familienflasche.
2. Eine kleine Jause
Kinder entwickeln eine erstaunliche Fähigkeit:
Sie können zuhause gerade noch behaupten, absolut keinen Hunger zu haben – und fünf Minuten später am Spielplatz unmittelbar vor dem Hungertod stehen.
Deshalb kommt meistens etwas Kleines mit.
Obst. Brot. Ein paar Cracker. Was eben gerade da ist.
Keine Bento-Box mit Gurkensternen.
Der Spielplatz ist kein Cateringauftrag.
Und das Essen gibt es am Weg hin oder zurück.
Der Spielplatz ist zum Spielen da.
3. Stoffwindeln und Feuchttücher
Solange ein Kind noch Windeln braucht, müssen natürlich welche mit.
Bei uns sind das Stoffwindeln.
Dazu ein paar Feuchttücher beziehungsweise etwas zum Saubermachen und ein Wetbag für die gebrauchte Windel.
Mehr braucht ein Windelwechsel unterwegs meistens nicht.
Außer einen geeigneten Platz.
Den braucht man erstaunlich oft länger zu suchen als die eigentliche Windel.
4. Ein kleines Erste-Hilfe-Set
Kinder klettern.
Kinder rennen.
Kinder fallen.
Das gehört ziemlich zuverlässig zusammen.
Deshalb finde ich ein kleines Erste-Hilfe-Set sinnvoll: ein paar Pflaster und das Nötigste für kleine Alltagsverletzungen.
Keine mobile Notaufnahme.
Aber genug, damit aus einem aufgeschürften Knie nicht automatisch das Ende des Spielplatzbesuchs wird.
Wobei wir alle wissen:
Das Pflaster hilft häufig deutlich mehr als medizinisch erklärbar wäre.
Besonders, wenn Tiere darauf sind.
5. Sonnenschutz
Sonnenschutz gehört für uns dazu, Sonnencreme allerdings nicht zu unserer Spielplatz-Packliste.
Unsere Kinder tragen draußen einen Sonnenhut aus Wolle-Seide von Glückskind und möglichst leichte, schützende Kleidung.
Noch wichtiger ist für uns aber, wann und wo wir auf den Spielplatz gehen.
Im Sommer suchen wir bevorzugt Spielplätze mit ausreichend Schatten und meiden nach Möglichkeit die intensive Mittagssonne.
Wenn der Spielplatz um 14 Uhr in der prallen Sonne liegt und die Rutsche gefühlt als Grillplatte durchgeht, hilft für uns die beste Packliste nichts.
Dann gehen wir lieber früher, später oder woanders hin.
Sonnenschutz beginnt für uns nicht in der Tasche. Sondern bei der Entscheidung, wann und wo wir draußen sind.
Das ist unsere persönliche Familienpraxis. Andere Familien nutzen zusätzlich Sonnencreme beziehungsweise Sonnenschutzmittel, bei UV-Schutz sollte man sich an die aktuellen gesundheitlichen Empfehlungen halten.
6. Wechselgewand – manchmal
Hier bin ich deutlich entspannter geworden.
Ja, mit kleinen Kindern kann Wechselgewand sinnvoll sein.
Aber für eine Stunde am Spielplatz brauche ich nicht für drei Kinder jeweils eine vollständige zweite Garderobe.
Wenn Wasser, Matsch oder Sand im Spiel sind, nehme ich eher etwas mit.
Ansonsten gilt manchmal auch:
Ein dreckiges Kind ist kein Notfall.
Und ein nasses T-Shirt trocknet erstaunlicherweise wieder.
7. Sandspielzeug
Schaufel. Kübel. Vielleicht ein oder zwei Förmchen.
Fertig.
Wir brauchen keine fahrbare Sandspielzeugabteilung.
Denn am Ende passiert ohnehin eines von drei Dingen:
Unser Spielzeug wird mit anderen Kindern getauscht.
Andere Kinder spielen mit unserem.
Oder meine Kinder verbringen 40 Minuten damit, Steine in ein Loch zu werfen.
Das pädagogisch wertvollste Spielzeug am Spielplatz ist manchmal einfach der Spielplatz.
8. Eine Trage
Mit kleinen Kindern gehört eine Trage für uns zu den praktischsten Dingen überhaupt.
Nicht nur für Babys.
Auch ein Kleinkind kann nach einem langen Vormittag plötzlich beschließen, dass seine Beine ihre Tätigkeit mit sofortiger Wirkung eingestellt haben.
Dann ist eine Trage Gold wert.
Sie braucht wenig Platz und erspart mir im Zweifel den Heimweg mit einem Kind auf dem Arm.
Oder macht ihn zumindest deutlich angenehmer.
Was wir meistens NICHT mitnehmen
Fast interessanter als unsere Packliste ist inzwischen die Nicht-Packliste.
Wir brauchen keine große Spielzeugtasche.
Keine zusätzlichen Beschäftigungsangebote.
Keine digitalen Medien.
Keine fünf verschiedenen Snacks pro Kind.
Und nicht für jede denkbare Situation eine Lösung im Rucksack.
Denn irgendwann hatte ich das Gefühl:
Je kleiner die Kinder, desto größer das Gepäck.
Dabei ist ein Spielplatz eigentlich einer der Orte, an denen Kinder besonders wenig zusätzlich brauchen.
Da ist bereits alles.
Sand.
Steine.
Stöcke.
Andere Kinder.
Klettergerüste.
Schaukeln.
Und meistens mindestens eine Pfütze, die exakt das Kind findet, für das man ausnahmsweise kein Wechselgewand eingepackt hat.
Die eigentliche Spielplatz-Packliste ist ziemlich kurz
Wenn wir nur kurz auf unseren Spielplatz gehen, kann die Realität auch so aussehen:
Wasser. Schlüssel. Kinder. Los.
Nicht jeder Ausflug mit Kindern muss vorbereitet werden wie ein verlängertes Wochenende.
Das ist etwas, das ich mit jedem Kind mehr gelernt habe.
Beim ersten Kind möchte man auf jede Eventualität vorbereitet sein.
Beim dritten stellt man irgendwann fest:
Vieles lässt sich auch lösen, wenn es passiert.
Und manches muss überhaupt nicht gelöst werden.
PapaKann-Fazit
Eine gute Spielplatz-Packliste soll für mich nicht sicherstellen, dass niemals irgendetwas Unvorhergesehenes passiert.
Sie soll dafür sorgen, dass wir das Wesentliche dabeihaben.
Wasser. Eine kleine Jause. Windeln, solange wir sie brauchen. Ein paar Pflaster. Sonnenschutz durch Kleidung und Sonnenhut. Je nach Ausflug Wechselgewand, Sandspielzeug und Trage.
Der Rest darf zuhause bleiben.
Denn am Ende möchte ich nicht zehn Minuten brauchen, um einen Ausflug zum Spielplatz vorzubereiten.
Ich möchte einfach mit meinen Kindern rausgehen.
Und wenn wir etwas vergessen haben?
Dann lernen wir spätestens fürs nächste Mal, ob wir es wirklich gebraucht hätten.
Quellen & Weiterlesen
Dieser Artikel basiert auf unseren eigenen Erfahrungen als Familie mit drei kleinen Kindern. Bei Themen wie Sonnenschutz und Erste Hilfe orientiere ich mich zusätzlich an allgemeinen gesundheitlichen Empfehlungen.
- Gesundheit.gv.at: Informationen zum Schutz vor UV-Strahlung. Sonnenschutz umfasst verschiedene Maßnahmen wie Schatten, schützende Kleidung und Sonnenschutzmittel; besonders intensive UV-Strahlung sollte möglichst vermieden werden.
- Österreichisches Rotes Kreuz: Informationen und Kurse zur Ersten Hilfe bei Kindern und Säuglingen. Ein paar Pflaster im Rucksack sind praktisch, ersetzen aber selbstverständlich keine Erste-Hilfe-Kenntnisse.
Hinweis: PapaKann ist kein pädagogischer oder medizinischer Fachdienst. Ich schreibe hier aus meiner persönlichen Erfahrung als Papa und verbinde diese mit ausgewählten fachlichen Quellen. Kinder entwickeln sich unterschiedlich – und was für unsere Familie funktioniert, muss nicht automatisch für jede andere Familie passen.
