Kinderbücher ab 2 Jahren, die bei uns wirklich gelesen werden
Die besten Kinderbücher erkennt man bei uns nicht an Auszeichnungen.
Sondern daran, wie zerfleddert sie sind.
Mit drei kleinen Kindern haben wir inzwischen einige Kinderbücher ab 2 Jahren ausprobiert – und ziemlich schnell gelernt, welche nur hübsch im Regal aussehen und welche immer wieder herausgezogen werden.
Das hier ist deshalb keine Liste der „pädagogisch wertvollsten Kinderbücher“.
Es sind die Bücher und Reihen, die bei uns tatsächlich funktionieren.
Manche zum Vorlesen. Manche zum Mitmachen. Manche, weil gerade Zähneputzen, Teilen oder Pipigehen das wichtigste Thema der Welt ist.
Und manche so oft, dass ich sie vermutlich auch ohne Buch vorlesen könnte.
Was gute Kinderbücher ab 2 Jahren für uns ausmacht
Kurze Geschichten helfen. Bilder, auf denen es etwas zu entdecken gibt, auch. Besonders gut funktionieren bei uns Bücher, bei denen Kinder nicht nur zuhören müssen, sondern mitmachen, suchen, erzählen oder ein Thema aus ihrem eigenen Alltag wiedererkennen können.
Und ganz wichtig: Ein gutes Kinderbuch muss auch für den Erwachsenen beim 47. Vorlesen noch halbwegs auszuhalten sein. 😄
1. Nein, ich geh nicht mit, ich kenn dich nicht! – Frauke Nahrgang
Ein Buch über Fremde, Vertrauen und darüber, dass Kinder Nein sagen dürfen.
Warum wir es mögen:
Ein schwieriges Thema wird kindgerecht besprechbar, ohne daraus einen großen Vortrag machen zu müssen. Das Buch gibt uns einen Anlass, darüber zu reden, wann Kinder mitgehen dürfen, wo sie Hilfe bekommen und dass ein Nein auch Erwachsenen gegenüber erlaubt ist.
PapaKann-Fazit:
Ein Buch über Selbstschutz, das vor allem eine wichtige Botschaft vermittelt: Dein Nein zählt.
2. Wieso? Weshalb? Warum? – zu eigentlich allen Themen
Feuerwehr. Baustelle. Körper. Kindergarten. Tiere. Fahrzeuge. Jahreszeiten. Irgendwann landet gefühlt sowieso die halbe Reihe zuhause.
Warum wir es mögen:
Kinder können selbst entdecken, Klappen öffnen und dort hängenbleiben, wo es gerade interessant ist. Niemand muss das Buch von Seite 1 bis Seite 16 „durchlesen“.
PapaKann-Fazit:
Sachbücher, die Kinderfragen ernst nehmen. Und dank der Themenvielfalt ziemlich wahrscheinlich eine Reihe, die jahrelang mitwächst.
3. Drei-, Fünf- und Acht-Minuten-Vorlesegeschichten
Kurze Geschichten für zwischendurch, zum Einschlafen oder für genau den Moment, in dem noch ein bestimmtes Zeitfenster übrig ist.
Warum wir es mögen:
Nicht jede Vorlesesituation braucht ein ganzes Bilderbuch. Die unterschiedlich langen Geschichten passen sich dem Alltag an – und nicht der Alltag dem Buch.
PapaKann-Fazit:
Perfekt für „Noch eine Geschichte!“, wenn Papa vorher gerne wissen möchte, ob „eine“ drei oder zwanzig Minuten bedeutet. 😉
4. Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab? – Sam McBratney
Der kleine und der große Hase versuchen sich gegenseitig zu zeigen, wie lieb sie einander haben.
Warum wir es mögen:
Das Buch braucht keine große Handlung. Es ist ruhig, liebevoll und schafft genau das, was Vorlesen für uns auch sein darf: Nähe.
PapaKann-Fazit:
Manche Bücher erklären die Welt. Dieses sagt einfach: Ich hab dich lieb. Bis zum Mond und wieder zurück.
5. Schüttel den Apfelbaum – Nico Sternbaum
Schütteln, klopfen, pusten, drehen – hier wird das Kind selbst Teil der Geschichte.
Warum wir es mögen:
Kurze Aufmerksamkeitsspannen sind völlig egal. Das Kind ist Teil der Geschichte.
PapaKann-Fazit:
Ein Buch für Kinder, die beim Vorlesen ohnehin nicht stillsitzen wollen. Müssen sie hier auch nicht.
6. Janosch-Bücher
Tiger, Bär, Tigerente – und natürlich Oh, wie schön ist Panama.
Warum wir es mögen:
Weil es Geschichten sind, die auch wir Erwachsene noch aus unserer Kindheit kennen. Dadurch lesen wir nicht nur vor, sondern geben ein kleines Stück der eigenen Kindheit weiter.
PapaKann-Fazit:
Nicht jede Formulierung ist nach Jahrzehnten unangetastet geblieben. Die Geschichten schon. Kinderbuchnostalgie, die auch heute noch funktioniert.
7. Ich kann teilen – Gabriel Verlag
Teilen ist bei Kleinkindern ein großes Thema. Vor allem erstaunlicherweise für die Erwachsenen rundherum. 😉
Warum wir es mögen:
Das Buch macht Teilen zum Gesprächsthema, ohne dass daraus sofort ein „Du musst aber teilen!“ werden muss.
PapaKann-Fazit:
Teilen ist eine Fähigkeit, die sich entwickelt – keine Benimmregel, die Zweijährige auf Knopfdruck beherrschen müssen.
8. Ich bin stark und sag laut Nein! – Susa Apenrade
Ein Buch über Selbstvertrauen, Grenzen und das Recht, Nein zu sagen.
Warum wir es mögen:
Weil Kinder erfahren, dass sie ihrer Wahrnehmung vertrauen und ihre Grenzen ausdrücken dürfen. Und weil sich daraus auch für uns Erwachsene gute Gespräche ergeben.
PapaKann-Fazit:
Wenn wir wollen, dass Kinder bei wichtigen Dingen laut Nein sagen, müssen wir ihr Nein auch im Alltag ernst nehmen.
9. Der Regenbogenfisch – Marcus Pfister
Ein Klassiker. Und ja: Die Glitzerschuppen helfen. 😄
Warum wir es mögen:
Die Geschichte bietet viel Gesprächsstoff über Freundschaft, Zugehörigkeit und Teilen. Und sie muss dafür nicht einmal dieselbe Botschaft für Kinder und Erwachsene haben.
PapaKann-Fazit:
Ein Klassiker, über dessen Botschaft man durchaus diskutieren darf. Gute Kinderbücher müssen nicht immer Antworten liefern. Sie dürfen auch Fragen auslösen.
10. Eine Maus für jeden Tag – Bärbel Haas
Mäusegeschichten zum Vorlesen, Wiederlesen und Immer-wieder-Hervorholen.
Warum wir es mögen:
Nicht jedes Kinderbuch braucht ein Lernziel, einen pädagogischen Auftrag oder eine ausgeklügelte Interaktion. Manchmal wollen Kinder einfach eine Geschichte hören.
PapaKann-Fazit:
Ein Buch darf auch einfach nur ein Buch sein. Zum Glück.
Das wichtigste Auswahlkriterium?
Nicht irgendein Siegel. Nicht eine Bestsellerliste. Und auch nicht, ob Papa das Buch besonders pädagogisch wertvoll findet.
Ob die Kinder es wieder aus dem Regal holen.
Bücher müssen bei uns übrigens nicht neu sein
Viele Kinderbücher überleben problemlos mehrere Kinder.
Manche sogar mehrere Familien.
Deshalb kaufen wir Bücher ausschließlich gebraucht oder geben sie weiter, wenn sie bei uns nicht mehr gelesen werden.
Ein Kinderbuch muss für mich nicht makellos aussehen.
Im Gegenteil.
Ein Kinderbuch mit Gebrauchsspuren hat möglicherweise genau das getan, wofür es gemacht wurde.
Es wurde gelesen.
PapaKann
Ich bin Christopher, Papa von drei Kindern und Gründer von PapaKann.
Unter Papa empfiehlt landet nicht alles, was man Familien verkaufen könnte. Sondern Dinge, Bücher und Ideen, die wir selbst mögen und tatsächlich verwenden.
Zeit statt Zeug.
Papa. Fürs Leben da.
